Stand: Tue Sep 26 02:19:29 CEST 2017

Unterfarbenreduzierung

Warum weniger auch beim Drucken mehr sein kann


Unterfarbenreduzierung ist ein Trick, mit dem man im Offset-Druck das Druckergebnis z. B. auf Natur-Papieren verbessern kann, indem man weniger Farbe einsetzt. So wird vermieden, dass die Farbe verschmiert oder zu lange braucht, bis sie trocken ist.


Eine wesentliche Rolle bei der Unterfarbenreduzierung spielt das Schwarz: Man muß nämlich unterscheiden zwischen der Farbe Schwarz (K) und dem "Unbunt". Unbunt ist lediglich der optische Eindruck von Schwarz und entsteht durch das Übereinanderdrucken der Farben Cyan, Magenta und Gelb. Deshalb gibt es verschiedene Möglichkeiten, Farben aufzubauen: Den Buntaufbau, den Unbuntaubau und eine Kombination aus beiden - den Buntaufbau mit Unterfarbenreduzierung.


Die Entscheidung, nach welcher Methode der Farbaufbau erfolgt, fällt in der Druckvorstufe bei der Herstellung der Druckplatten.


Buntaufbau:


Beim Buntaufbau werden alle Farbtöne aus den bunten Grundfarben Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) aufgebaut.


Dunkle Farbtöne werden durch Übereinanderdrucken der drei bunten Grundfarben erzeugt. Die Farbe Schwarz (K) wird allenfalls zusätzlich zur Unterstützung der Bildtiefen und zur Verbesserung der Konturen eingesetzt.


Das in der Abbildung links gezeigte Braun wurde im Buntaufbau aus 70 % Cyan, 80 % Magenta und 90 % Gelb aufgebaut. Insgesamt beträgt die Flächendeckung also 240 %. Schwarz wurde nicht verwendet.


Die Folge: Beim Druck wäre wegen der hohen Buntfarbenanteile einerseits die Farbbalance schwer zu halten (weswegen verstärkt gepudert werden müsste). Andererseits muß man wegen der dicken Farbschicht mit längerer Trockungszeit und höherem Farbverbrauch rechnen.



Unbuntaufbau:


Im Gegensatz zum Buntaufbau werden beim Unbuntaufbau prinzipiell alle Unbuntanteile durch Schwarz ersetzt. Die Schwärzung bunter Farbnuancen erfolgt also nicht mehr durch die Komplementär-farbe, sondern ausschließlich durch den Einsatz von Schwarz.


Das als Beispiel gezeigte Braun besteht im Unbuntaufbau nur aus Magenta, Gelb und Schwarz. Die Flächendeckung beträgt insgesamt nur noch 100 %. Dadurch können die Farbanteile von Cyan, Magenta und Gelb in allen Bildern und Farbtönen deutlich verringert werden.


Die Folge: Der Druckprozess wird stabiler, der Farbverbrauch geringer, das Trocknungsverhalten besser.



Unterfarbenreduzierung:


Wie schon eingangs erwähnt, gibt es beim Drucken einen Unterschied zwischen der Farbe Schwarz (K) und dem optischen Eindruck von Schwarz. Dieses sogenannte „Unbunt“ entsteht im Buntaufbau durch das Übereinanderdrucken der Farben Cyan, Magenta und Gelb.


Unterfarbenreduzierung (abgekürzt UCR für Englisch „Under Colour Removal“) ist eine Variante des Buntaufbaus, bei dem ein Teil dieses Unbunts durch die Farbe Schwarz ersetzt wird.


Angenommen, im Beispiel soll eine 30-prozentige UCR des zu erzielenden Brauns vorgenommen werden. Dazu wird der aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaute Unbuntanteil von 70 % um 30 % reduziert und durch den entsprechenden Schwarzanteil ersetzt.


Als Ergebnis davon beträgt die Flächendeckung auch nicht mehr 240 %, sondern nur 180 % bei gleich aussehendem Farbton.


(Bitte beachten Sie, dass sich Offset-Farben anders verhalten als Monitor-Farben. Die Abweichungen, die sich in der Monitoransicht ergeben, heben sich im Offset-Druck auf!)