Stand: Thu Jul 27 00:47:43 CEST 2017

Was ist Weiß, Teil 2

Wie wird Papier weißer als Weiß?


Hochweiße Papiere kann man auf zweierlei Weise produzieren: Indem man Rohstoffe mit hoher Grundweiße (wie Titandioxid) verwendet. Oder indem man - wie bei Weißwaschpulvern - optische Aufheller (Optical Brightening Agents, OBA) einsetzt. Diese werden im Englischen auch als Fluorescent Whitening Agents (FWA) bezeichnet.

Und das gibt einen guten Hinweis darauf, was diese Stoffe sind: Sie fluoreszieren, wandeln also nicht-sichtbares UV-Licht in sichtbares Licht im blauen Bereich des Spektrums um. Auf diese Weise reflektieren sie mehr Licht, als auf sie auftritt – und das Papier wirkt blauer, heller, eben „weißer als Weiß“.


Da die Wirkung von optischen Aufhellern auf UV-Licht beruht, können Sie diese nur unter bestimmten Bedingungen entfalten – bei Tageslicht oder, wie im Fall der Papiertischdecke links, bei künstlicher Beleuchtung mit einem bestimmten UV-Anteil, z. B. Schwarzlicht.


Optische Aufheller wandeln nicht-sichtbares UV-Licht in sichtbares Licht im blauen Spektrum um und strahlen dieses ab. Dadurch wirkt das Weiß des Papiers heller und blauer.



Um zu bestimmen, wie stark ein Papier optisch aufgehellt wird, misst man seine optischen Werte zweimal. Einmal unter Ausschluss der UV-Strahlung, ein weites Mal mit einem definierten UV-Anteil, wie er z. B. im D65-Tageslicht vorkommt. Die Differenz zwischen den beiden Werten entsteht durch die optische Aufhellung.




So verlockend Papiere mit optischen Aufhellern auf den ersten Blick wirken, so sehr offenbaren sie ihre Schwächen im Langzeit-Einsatz. Da die aufhellenden Substanzen im Lauf der Zeit abgebaut werden, vergilben diese Papiere stärker als andere. _


Links: Typisch für aufgehellte Papiere ist ein „Buckel“ im blauen Spektralbereich._