Stand: Wed Aug 23 15:47:32 CEST 2017

Natur-Papier

Emotionsträger mit Wohlfühlfaktor


Vorurteil: Mode gedruckt auf Natur-Papier, das funktioniert nicht.

Richtig: Markenartikler wie Bogner, van Laack, Timberland, Apollo, Zegna, Mandarina Duck, Strenesse oder andere Trendsetter sind anderer Meinung.

 

Vorurteil: Technik gedruckt auf Natur-Papier? Unmöglich!

Richtig: Marktführer aus der Automobilindustrie wie Audi, oder Bulthaup – Hersteller von Hightech-Küchen – beweisen das Gegenteil.

 

Die Stärke von Natur-Papier liegt nicht in Glanz und Brillanz, sondern in haptischem Wohlgefühl und dem Übertragen von Emotionen!

 

Natur-Papier ist ungestrichenes Papier. Das heißt: Was immer mit diesem Papier in Berührung kommt, trifft direkt auf die Fasern – Ihre Fingerspitzen ebenso wie Lichtstrahlen und Druckfarbe.


  • Ihre Fingerspitzen erleben eine lebendige, natürliche Haptik.
  • Lichtstrahlen werden vielfach gebrochen und abgelenkt
  • Druckfarbe kann tiefer in das Papier eindringen und sich ausbreiten.

Wenn Sie diese 3 Faktoren bei der Entscheidung für Natur-Papier und der Arbeit damit berücksichtigen, können Sie mit dieser Papierart überzeugen, überraschen und überragen.


Bilderdruck-Papier in 5.000facher Vergrößerung


... und Natur-Papier


Licht-Reflexion bei glänzend gestrichenem Bilderdruck-Papier


Licht-Reflexion bei Natur-Papier


Farbschicht auf Bilderdruck-Papier


Farbschicht auf Natur-Papier


Tonwertzunahmen


... und Punktzuwachs

Fingerspitzengefühl

 

Je nachdem, wie stark das Natur-Papier während der Herstellung geglättet wird, besitzt es eine mehr oder weniger lebhafte Oberfläche. Das haptische Erlebnis reicht von „bügelglatt“ bis hin zu der fast textil-artigen Griffigkeit, wie sie z. B. auch handgeschöpfte Papiere auszeichnet. Die Botschaft, die solch lebendige Papiere Ihren Fingerspitzen vermitteln, kann die Aussage Ihrer Drucksache ergänzen und verstärken.



Lichtbrechung

 

Manches Natur-Papier wirkt so glatt, dass man den „Edelmetall-Test“ machen muss, um es von einem gestrichenen Papier** zu unterscheiden (s. a. [bluebook] No. 3).


Doch selbst, wenn sich unsere Fingerspitzen vielleicht täuschen lassen, Lichtstrahlen tun dies nicht. Für sie erscheint die Oberfläche des Papiers immer noch so, wie für uns ein Stück Wald, durch das der Orkan gefahren ist: Die Fasern / „Stämme“ liegen kreuz und quer durch- und übereinander, reflektieren die Lichtstrahlen in die unterschiedlichsten Richtungen.


Die Folge: Bilder erscheinen auf Natur-Papier weich und warm. Auch deshalb sollte die Verwendung von Natur-Papieren bereits im Bildkonzept und in der Druckvorstufe mit eingeplant werden.

Bei Natur-Papier ist also die Druckvorstufe etwas mehr gefordert als sonst. Erhöhung der Farbsättigung, Steigerung der Schärfe, Reduzierung „schmutzender“ Farben sind nur einige Stichworte.



Druckfarbe

 

Farben wirken auf Natur-Papier wärmer, Abbildungen weicher. Ein tiefes Schwarz ist im Druck nicht zu erreichen. Damit das Bild trotz der raueren Oberfläche eine gute Brillanz erhält, ist relativ viel Farbe nötig. Dies führt jedoch u. U. zum Verschmieren und zu langen Trocknungszeiten.


Aus diesem Grund sollte bei farb-intensiven Druckmotiven eine Unterfarbenreduzierung berücksichtigt werden: Auf ungestrichenen Papieren sollte die Farbsättigung 230 % nicht überschreiten.


Hinzu kommt, dass bei Natur-Papieren immer mit bis zu 30 % Punktzuwachs gerechnet werden muss. Dieser Punktzuwachs sollte in der Lithografie in einer eigenen Druckkennlinie berücksichtig werden.


Die optimale Rasterweite liegt bei Natur-Papieren zwischen 54 und 60 l/cm.


Es empfiehlt sich, Proof und Andruck auf Natur-Papier durchzuführen.


Vorteile von Natur-Papier:


  • hohe Festigkeit
  • sehr gute Stabilität
  • sehr gute Laufeigenschaft
  • sehr gute Opazität
  • angenehme Haptik
  • gute Falzfestigkeit
  • gute Klebebindung