Stand: Sat Dec 16 06:18:13 CET 2017

Papier-Entscheidung

Auswahl mit allen Sinnen

Papierauswahl ist wie das richtige Leben: Wenn Kopf und Bauch in Balance sind, werden die richtigen Entscheidungen gefällt. Unterschiedliche Papiere zeichnen sich durch unterschiedliche Leistungskriterien aus. Vor jeder Papierentscheidung steht deshalb die Frage: Was ist uns die wichtigste Voraussetzung?


Leistung

Was soll das Papier können? Kommt es Ihnen vor allem auf den perfekten Ausdruck an? Mit feinsten Farbverläufen und kleinstem Raster? Oder brauchen Sie ein Papier, auf dem vor allem Text gut lesbar ist? Soll das Papier nach dem Bedrucken in der Druckerei noch problemlos durch Desktop-Drucker laufen? In welchem klimatischen Umfeld wird es eingesetzt? Die Frage nach der Leistungsfähigkeit eines Papiers – und die Antwort darauf – beeinflusst fast alle weiteren Entscheidungsschritte.


Oberfläche

Ob Sie sich für ein glattes oder raues Papier entscheiden, hängt wesentlich davon ab, was für eine Botschaft Sie anstreben. Je glatter ein Papier ist, desto kühler wirkt es. Je natürlicher es ist, desto wärmer die unterbewusst vermittelte Information. Wenn Oberfläche und Thema harmonieren, wird die Information überzeugender.


Volumen

Je dicker ein Papier ist, desto wertvoller wirkt es meist. In vielen Fällen bedeutet dick aber auch schwer. Der Ausweg aus diesem Dilemma heißt Volumen-Papier. Durch sein spezielles Herstellungsverfahren ist es – bei gleichem Flächengewicht – dicker als vergleichbare Papiere. So lässt sich – ohne großen Kostenaufwand – ein dünnes Heftchen in eine ansehnliche Broschüre verwandeln. Ein simples Papierblatt wird zu einem beeindruckenden Repräsentanten. Oftmals lassen sich durch ein geringeres Flächengewicht auch Kosten sparen – zum Beispiel beim Postversand.


Haptik

Ihre Fingerspitzen lesen mit – und zwar nicht nur bei solchen Papieren, die durch ihre Struktur oder Beschichtung besondere haptische Reize vermitteln. Auch ein schlichter Briefbogen, die Seite eines Buches fühlen sich mitunter einfach faszinierend an. Die Haptik eines Papiers kann die Aufnahmebereitschaft für Botschaften erhöhen, sie verstärken und ergänzen. Aber Vorsicht: Sie sollte nicht ablenken!


Struktur

Wenn von der Struktur eines Papiers gesprochen wird, bezieht sich dies meist auf Papiere mit geprägten Oberflächen. Diese Struktur-Papiere eignen sich hervorragend, um Akzente zu setzen oder besonderer Aufmerksamkeit zu erwecken.


Farbort

Weißes Papier ist nie absolut weiß. Es kann ins Rötliche, Grünliche oder Bläuliche tendieren – eben in unterschiedliche Farborte. Für welchen Farbort man sich entscheidet, ist ein geschmacks- und kontext-abhängig. Auch hier gilt: Rot = warm, grün = frisch, blau = kühl.


Der Farbort des Papiers beeinflusst aber auch die gedruckte Farbe: im messbaren Ergebnis ebenso wie in der unbewusst empfundenen Wirkung im Zusammenspiel mit den unbedruckten Bereichen des Bogens.


In noch höherem Maß gilt dies natürlich für farbige und Effekt-Papiere: Leuchtend oder dezent pastellig, glitzernd, mit Einschlüssen oder farbverändernd – Farben und Effekte erwecken Aufmerksamkeit, differenzieren.


Ob und für welche Papierfarbe, welchen Effekt man sich entscheidet, hängt stark vom späteren Verwendungszweck einer Drucksache ab. Eine weinrote, schwarz bedruckte Visitenkarte kann eine tolle Wirkung erzielen – aber ist sie auch praktisch? Zum Beispiel, wenn sie kopiert werden soll?


Klang

„Nur das Rascheln der umgeschlagenen Seiten störte die friedliche Stille der Bibliothek.“ Ein Satz, den jeder so oder abgewandelt schon einmal gelesen hat. Der Klang von Papier trägt viel zur Bildung von Atmosphäre bei. Positiv wie negativ. Jedes Papier hat seinen eigenen Ton. Hadernhaltige Qualitäten z. B. klingen warm und satt. Andere Papiere sehen nicht nur „billig“ aus – ihr dünner Klang verstärkt diesen Eindruck. Und wieder andere wurden bewusst so konzipiert, dass sie praktisch lautlos sind.


Profanes, Wirtschaftliches, Ökologisches

Das ideale Papier für einen Job fällt durch, wenn es nicht verfügbar ist. Eine Anfrage beim Großhändler nach den Lieferfristen für Papiere, die in die engere Auswahl kommen, ist also immer sinnvoll. Das gilt natürlich auch, wenn es das Budget sprengt. Aber mit gutem Papier ist es wie mit gutem Werkzeug – es kann viel Ärger, Zeit und damit auch Kosten sparen. Letztlich bestimmt nicht nur das Erscheinungsbild eines Papiers den Eindruck, den es hinterlässt, sondern auch seine Herkunft. Immer mehr Unternehmen setzten deshalb für ihre Drucksachen auf zertifizierte Papiere.


Fazit

Arbeiten Sie mit dem Werkstoff Papier so bewusst, wie der Tischler mit Holz, der Schneider mit Stoff, der Koch mit dem Gemüse... Sie werden sehen, es lohnt sich!